Chronik

Der Gasthof "Zur Krone" wurde 1898 erbaut. Genannt wurde dieses Haus bis 1930 das "Hotel zur Krone" Das Grundstück und das Land das zur "Krone" gehörte, war ein Teil des ehemaligen Tegthofes (Zehnthof) des

Klosters Hude. 

 

Der damalige Besitzer war Hermann Wardenburg. Sein Enkelsohn Dirk Wardenburg wohnt heute noch in Neuenhuntdorf. Da er zur damaligen Zeit ein vermögender Mann war, ließ er dieses Haus erbauen. Es war damit die erste Gaststätte, an der neuen Landstraße, die ja erst 1895 hergestellt war. Denn Köhlers Gasthaus in Iprump war ja im Feld, weit von der neuen Straße ab. Er nannte dieses Haus "Hotel zu Krone". Er rechnete wohl damit, das Durchreisende die mit Pferd und Wagen unterwegs waren, dort auch übernachten würden. Denn von Autos wusste man noch nicht mehr, als das es Wagen ohne Pferde gab. Da auch eine kleine Landwirtschaft angegliedert war, hatte man auch einen Stall und konnte somit Pferde unterstellen.

 

Hermann Wardenburg hat dieses Haus niemals selbst bewirtschaftet, denn er hatte es stets verpachtet. Wer nun der erste Pächter war ist nicht genau überliefert. Nur anhand von Bildern, die die "Krone"  zeigen ist anzunehmen, das es ein Dietrich Haye war. Woher er kam und wie lange er Pächter war ist nicht bekannt. Der Nachfolger bis in die Zeit des ersten Weltkrieges, war Anton Carstens mit seiner Frau Meta geb. Hase von Brookdeich. Sie waren die Großeltern von Hildegard Wenke geb. Carstens. Anton Carstens ist im ersten Weltkrieg gefallen. Seine beiden Söhne Arthur und Hans, Hans war der Vater von Hildegard, kehrten aus dem zweiten Weltkrieg nicht zurück. Anton Carstens Ww. kehrte auf  ihren elterlichen Hof zurück, da Ihr einziger Bruder und Hoferbe auch gefallen war. Anton Carstens war ein Sohn von Gerhard Carstens aus Holle, er war der Stammvater aller Carstens aus Wüsting und Oberhausen.

 

Nach dem Weltkrieg war dann Emil Horstmann Pächter der "Krone". Er war von Beruf Bäcker. Bis wann er die "Krone" gepachtet hat ist nicht bekannt. Horstmann zog dann nach Rastede, wo er auch Taxen hatte. Dort gründete er ein Autogeschäft. Es war das Ford-Haus Emil Horstmann. Er ist öfter bei uns zu Besuch gewesen. Ab 1924 / 25 war dann eine Fam. Heinemann in der "Krone". Der jüngste Sohn Friedrich auch Friedmann genannt, hatte später ein Pferdekarussell. Es war das letzte dieser Art auf dem Kramermarkt und auf den Schützenfesten. Bei Heinemann ist dann im Sommer 1927 die Scheune abgebrannt. Sie wurde in der Art nicht wieder errichtet. Nach Heinemann kam 1927 Eilert Hülsebusch, er war der Schwiegervater von Wilhelm Wenke Holle. Bis dahin waren alle Inhaber Pächter.

 

1929 hat Hermann Wardenburg dann die "Krone" an Dietrich Kunst verkauft. Noch im Oktober 1929 bevor Kunst eingezogen war, ist die "Krone" dann abgebrannt. Bis dahin war der Saal oben gewesen. Zum Wiederaufbau musste der Saal ebenerdig gebaut werden. Darum wurde er auf der Westseite daneben gebaut. Von da ab nannte Kunst es dann "Gasthof zur Krone". 1934 wurde dann in der "Krone" eine Poststelle eingerichtet. Die Adresse war nicht mehr Post Wüsting, sondern Oberhausen Oldenburger Land. Ab 1944 dann mit der Postleitzahl 23. Die Post wurde jeden Tag mit einem Postauto von Oldenburg gebracht. Es konnte auch drei Personen mitnehmen. Nach dem Kriege wurde die Poststelle wieder aufgelöst. Danach wurden wir wieder Oberhausen Post Wüsting. In dieser Zeit war Dietrich Kunst in Holle und Oberhausen auch als Postbote tätig. Seine Vertretung war Dietrich Gallo; der in der "Krone" wohnte und eine Schusterwerkstatt hatte. Dietrich Kunst war dann auch weiterhin für Holle und Oberhausen als Postbote tätig. Als er dann erkrankte, wurde sein Sohn Harri für diesen Bezirk der Post tätig. Am 7. März 1937 ist dann die "Krone" während einer Theateraufführung des Reitervereins wieder abgebrannt. Das Stück hieß sinnigerweise "Morgen geit los". Doch es passierte schon heute. Personen sind aber trotz des vollen Saales nicht zu Schaden gekommen. Der Saal blieb aber fast zur Hälfte unbeschädigt. Das gesamte Haus wurde dann genauso wieder errichtet. 1956 wurde dann auf der Westseite eine Gaststube angebaut. Als 1971 Dietrich Kunst starb, wurde sein Sohn Johann Besitzer der "Krone". Er betrieb nebenbei schon seit 1955 eine Zweiradwerkstatt. Auch wurde in den 50 er Jahren eine DEA Tankstelle eingerichtet, die aber 1982 wieder geschlossen wurde.

 

Nachdem Johann Kunst am 8. Mai 1980 dann plötzlich verstarb, wurde seine Frau Marianne Kunst Besitzerin der "Krone". 1997 wurde der Laden aufgegeben und als Cafe eingerichtet. Gleichzeitig wurden Clubstube und Saal neu eingerichtet. Auch wurde die alte Bühne entfernt, und eine neue Wechselbühne eingerichtet. Bis zum Umbau war Marianne Kunst Inhaberin. 1997 überschrieb sie die "Krone" dann an ihre Tochter Susanne Kunst, die wiederum verpachtete die Krone in Zusammenarbeit, an ihren Lebensgefährten Wolfgang Mertins.

 

Die Chronik der Gaststätte "Zur Krone" wurde verfaßt von Fritz Suhr, Oberhausen.(gestorben)